Als ich das erste Mal von dem Ernährungskonzept „Clean Eating“ gelesen habe, war ich im ersten Moment etwas verwirrt. Sauberes Essen?!? Was soll das sein? Natürlich wasche ich mein Gemüse und Obst vor dem Essen! Aber meine Neugierde war geweckt.

Wer hat´s erfunden?

Tosca Reno aus den USA hat die Philosophie des Clean Eating bekannt gemacht. Ursprünglich stammt Tosca Reno aus der Bodybuilder-Szene. Während der Vorbereitung auf ihren ersten Wettkampf, hatte sich Tosca Reno stark mit ihrer Ernährung beschäftigt. Nachdem viele in ihrem Bekanntenkreis die schnelle Veränderung von einer eher fülligeren Frau zu einer schlanken und trainierten Frau bewunderten, hat Tosca Reno beschlossen ihre Erfahrungen in einem Buch „The Eat-Clean Diet“ zu veröffentlichen. Inzwischen ist Clean Eating auf der ganzen Welt als neues Ernährungskonzept verbreitet.

Wie definiert sich „Clean Eating“?

  1. Keine prozessierten Lebensmittel bzw. Zutaten verwenden
  2. 6 Mahlzeiten über den Tag verteilt
  3. Auf jeden Fall Frühstücken
  4. 2-3 Liter Wasser pro Tag
  5. Immer Protein, Fett und Kohlenhydrate kombinieren
  6. Mehr gesunde Fette

Mit Clean Eating beschäftigst du dich wieder mit den Zutaten

Beim Clean Eating soll möglichst auf alle prozessierten Lebensmittel verzichtet werden. Das heißt auch auf den Haushaltszucker. An statt dessen sollen die Lebensmittel möglichst naturbelassen und rein sein. Positiver Effekt der ersten Regel beim Clean Eating: Man muss sich wieder mit den einzelnen Lebensmitteln beschäftigen! Dadurch bekommt man ganz automatisch wieder mehr Lust auf eine frische und abwechslungsreiche Küche.

Wie oft du essen solltest ist umstritten und letztendlich damit deine Bauchentscheidung

Oft wird empfohlen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen um den Heißhunger zu stoppen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hatte lange das Konzept der 5 Mahlzeiten vertreten. Drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks. Der Zusammenhang zwischen Gewichtskontrolle, Appetitkontrolle und Mahlzeitenfrequenz bleibt aber umstritten. In Studien zur Blutzuckerkontrolle wurde sogar eher ein positiver Effekt von drei Mahlzeiten anstatt fünf oder mehr Mahlzeiten gefunden. Vor allem für Typ 2 Diabetiker scheinen drei Mahlzeiten besser.

Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler

Frühstück wie ein KönigKein Frühstück geht gar nicht (zumindest für mich nicht). Da bin ich ganz einer Meinung mit Tosca Reno. Auch an stressigen Tagen ist bei mir der Start in den Tag besonders wichtig. Eine neue Studie zeigt zudem dass ein gesundes Frühstück nicht nur meinen Tag besser starten lässt, sondern auch mein Risiko für Herzkreislauferkrankungen senkt.

Trinken, trinken, trinken – am besten Wasser

Trinken ist wirklich wichtig! Wir bestehen ja quasi hauptsächlich aus Wasser und das will auch regelmäßig erneuert werden. Ausreichend trinken ist nicht nur gut für die Nieren sondern auch für die Konzentration und die Leistungsfähigkeit. Aber bitte nicht Softdrinks, Saft oder Milchkaffee mit Zucker in großen Maße trinken. Denn das sind direkt kleine Zwischenmahlzeiten und tragen häufig zu einer übermäßigen Kalorienaufnahme bei ohne dass man es merkt.

Trennkost ade – am besten vollwertig essen

Eine Mahlzeit sollte wertvolle Protein, komplexe Kohlenhydrate und gesunde Fette enthalten. Ganz mein Credo. Halt! Die Ballaststoffe dürfen nicht vergessen werden. Unser Verdauungstrakt ist tatsächlich durch die Evolution so programmiert, dass er die Aufnahme der einzelnen Nahrungsbestandteile miteinander gekoppelt hat. Das passiert durch die Gastrointestinalen Hormone. Sie sorgen dafür dass der Darm zur richtigen Zeit die richtigen Schleusen offen hat um Aminosäuren aus Proteinen, freie Fettsäuren aus Fetten oder Zucker aus komplexen Kohlenhydraten aufnehmen zu können. Unser Körper weiß einfach was gut ist, ein vollwertiges Essen schmeckt ja viel besser.

Die Balance zwischen gesättigten und ungesättigten Fette ist wichtig

Oft wird nur von gesunden Fetten gesprochen. Tosca Reno rät auch gesättigte Fette zu essen und das ganz bewusst. Solange man auf die richtige Balance zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren achtet ist das auch empfehlenswert. Allerdings enthalten viele Lebensmittel viel mehr gesättigte Fettsäuren als ungesättigte Fettsäuren. Deshalb solltest du bei der Auswahl der Lebensmittel lieber auf eine ausreichende Menge an ungesättigten Fettsäuren, wie z.B. Omega-3 achten.

 

Mein persönliches Fazit zu Clean Eating:

Im Prinzip enthält das Ernährungskonzept wenig Neues aber es regt wieder an sich mit seiner Ernährung zu beschäftigen. Das tun wir heute leider oft viel zu wenig oder viel zu viel. Denn wie bei vielen Dingen des Lebens gilt es bei der Ernährung auch die Extreme zu meiden. Fixiert man sich zu sehr auf ein Ernährungskonzept fallen zu viele Zutaten unter den Tisch und damit kannst du dann leicht von einer vollwertigen Ernährung in eine einseitige Ernährung rutschen. Im hektischen Alltag ist Clean Eating sicherlich nicht so einfach einzubauen. Vor allem wenn man an Kantinenessen denkt. In Kombination mit vollwertigen Food Shakes als Mittagessen unterwegs trägt es aber sicherlich zum eigenen Wohlbefinden bei.

 

 

 

 

 

 

 

Clean Eating oder isst du noch dreckiges Gemüse?

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